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Montag, 30. Mai 2016

Kajaktour im Golf von Nicoya, Costa Rica

Dieses Wochenende waren wir (Sebastian und Volker) auf Kajak- tour im ruhigen und tierreichen Golf.

Nur ein kurzes Wochenende, aber wir haben viel erlebt. Ganz früh ging es am samstagfrüh mit der Fähre von Puntarenas nach Paquera. Dort wurdenw ir schon von Thomas und Vigdis von Bahia Rica erwartet und gleich ging es los auf das Kajak. 

Wir erlebten zwei tolle, sonnige Tage, obwohl es zuerst nach viel Regen aussah. Übernachtet haben wir in Hängematten auf der Insel Cedros. Mitten in der Nacht sind wir mit den Kajaks in den stockdunklen Golf losgezogen, um das Phänomen der Biolumineszenz zu erleben.
Unglaublich. 
Es sind Algen, die diese magische Wirkung ermöglichen. Wenn die Algen Strömungen oder Bewegungen im Wasser wahrnehmen, dann strahlen sie Licht aus. Und hier gibt es Millionen von Algen, so dass die gesamte Meeresoberfläche zu funkeln scheint. Die Wellenlängen sind im blauen bis grünen Bereich angesiedelt und in Abhängigkeit von der Menge der Algen wird es manchmal nur als bläuliches oder grünliches Funkeln empfunden.
Wann man mit dem Kajak hier entlang paddelt, dann haften die Algen für mehrere Sekunden am Paddel, der Hand oder an Treibgut- sie glühen stärker, wenn sie Bewegung wahrnehmen. Wenn man mit dem Kajak Fische aufscheucht, dann sieht es wie ein Feuerwerk unter Wasser aus.
Dieses Phänomen kann man aber nicht fotografieren- zumindest ich mit meiner "normalen" Kamera nicht. 
In diesem Video bekommt man einen Eindruck der unglaublichen Welt, die man im Kanu in Ruhe erkunden kann.
Mehr Infos von volker@alautentico.com 



Freitag, 29. Mai 2015

Was ist das meteorologische Phänomen „el Niño“?


Der Begriff kommt ursprünglich aus Peru.Die dortigen Fischer nannten dieses regelmäßig wiederkehrende Klimaphänomen “El Niño”, was auf Spanisch "das Kind" heißt, aber auch für den „Niño Jesus“, das Christkind genutzt wird.

Den Namen gaben sie, da sich regelmäßig zu Weihnachten das Wasser im Pazifik vor der Küste von Peru erwärmte. Aufgrund der Erwärmung des Wassers sind die Fischschwärme abgewandert. Der Begriff ist ironisch gemeint, da das Christkind ihnen nur regelmäßig leere Netze beschert hat.

Für das Wasser im Pazifik gibt es drei mögliche Zustände. Den Normalzustand, „el Niño“ und La Niña, das im Prinzip genau das gegenteilige Phänomen von el Niño darstellt

Wie funktioniert das Phänomen  von El Niño?


El Niño ist eine Anomalie vom Klima, die im Pazifik zwischen Südamerika und Südostasien abspielt. In den normalen Jahren, wenn das Phänomen El Niño nicht aktiv ist, dann herrscht  der Südostpassat als Hauptwind im Pazifik vor. Er bläst in Äquatornähe von Ost nach West- von Amerika nach Asien. Der Passat treibt kühles Wasser an der Oberfläche von Südamerika nach Westen. Dadurch entsteht ein Wasserkreislauf. Sobald das Wasser, jetzt erwärmt in Südostasien ankommt, verdrängt es das kalte Wasser in die Tiefe und zurück nach Amerika.  Dieses kalte Wasser, das in der Tiefe fließt nun, mit Nährstoffen angereichert von West nach Ost. An der Küste von Südamerika erreicht dieses Wasser wieder die Oberfläche. Das ist der kalte und nährstoffreiche Humboldtstrom

Parallel zu diesem Wasserkreislauf findet auch eine Luftaustausch statt. Dazu zählen vor allem die Südostpassatwinde, die in Richtung Südostasien wehen. So steigt in den normalen Jahren die Luft über dem warmen, von starker Sonne erwärmten Pazifik auf und es entsteht ein Tiefdruckgebiet vor Indonesien. Dieses Tiefdruckgebiet ist die innertropische Konvergenzzone (ITC), wo der Südost- und Nordostpassat sich treffen

Vor Peru entsteht gleichzeitig, verursacht durch kaltes Oberflächenwasser ein großes Hochdruckgebiet. Sobald die Luftmassen aus dem Tief vor Asien am Hoch ankommen, sinken sie zum Meeresniveau. Der Passat schließt den Kreislauf dann wieder, in dem er wieder in östliche Richtung bläst, hin zum Tiefdruckgebiet vor Indonesien

Zusammenfassung: in den „Normaljahren“, wenn keine Christkinder unterwegs sind, dann befindet sich in Südostasien ein Tiefdrucksystem und an der Westküste von Südamerika ein Hochdrucksystem. Der Luftdruckunterschied erzeugt die Passatwinde, welche das Wasser voranschieben. Daher ist der Meeresspiegel vor Indonesien um mehr als einen halben Meter höher als vor Südamerika und um gute zehn Grad wärmer. Warmes Wasser ist Voraussetzung für den Monsun und andere Regengebiete

Dieser Austausch sorgt dafür, dass immer kaltes, nährstoff- und fischreiches Wasser vor der südamerikanischen Westküste ist.

In den Jahren, in denen El Niño zuschlägt läuft genau dieses System aus dem Ruder. Passatwinde bleiben aus und lassen das Hochdruckgebiet vor der Küste von Peru zusammenbrechen- es entsteht ein Tiefdruckgebiet. Das Oberflächenwasser wird nicht mehr wie gewohnt von Ost nach West gedrückt, sondern es fließt zurück. Die Warmwassermassen vor Indonesien fließen in Richtung Südamerika zurück. Die Warmwasserschicht von Indonesien fließt nach und nach über den Pazifik und erreicht nach mehrmonatiger Reise an Weihnachten die Küste vor Südamerika. Durch die warmen Wassermassen kehrt sich die Luftzirkulation um. Dann findet man vor der Küste von Indonesien auf einmal das kalte Wasser, das warme ist in Südamerika und bringt den Humboldtstrom zum Erliegen. Dieses warme Wasser ist verantwortlich für schwere Naturkatastrophen- nicht nur in Südamerika, sondern fast auf der ganzen Welt. Nur Europa bleibt davon verschont.

An der Ostküste von Südamerika regnet es wie verrückt- Flüsse treten über die Ufer,  Erdrutsche und Schlammlawinen töten Menschen. An der mittel- und nordamerikanischen Küste werden Stürme, Hurrikans und viel Regen gemeldet

Im Westpazifik passiert das Gegenteil. Es regnet überhaupt nicht mehr, der Monsun bleibt aus- die Folgen sind Dürre, Waldbrände und eine zerstörte Landwirtschaft

La Niña- das Mädchen


La Niña ist das Gegenteil von El Niño und tritt meist im Folgejahr auf. Dabei kühlt das Wasser vor Südamerika stark ab, so dass an sich das normale Klima herrscht- nur weit verstärkt- also viel zu viel Regen in Südostasien und Dürre in Südamerika.

Diese Jahr, 2015 wird von den Wissenschaftlern ein starker „El Niño“ vorausgesagt



Vor 17 Jahren starben 24.000 Menschen durch „El Niño“ und es ist ein Milliarden Schaden entstanden- dieses Jahr sieht es danach aus, als ob das „Christkind“ wieder mit einer ähnlichen Intensivität zuschlagen wird.

Freitag, 22. August 2014

El Niño bringt große Probleme nach Mittelamerika

Die Regenzeit in Mittelamerika ist dieses Jahr extrem kurz ausgefallen- man möchte fast meinen, sie hat nicht existiert. Wenn es normalerweise täglich regnen sollte, so scheint eine heiße Sonne am Horizont.
Alle Länder von Mittelamerika sind davon betroffen- in Nicaragua sterben die Rinder durch Unterernährung, in Costa Rica wird der Strom knapp. In Honduras ist die Ernte vertrocknet.
In diesem Jahr wird in erster Linie durch El Niño erzeugte Erwärmung des Süd- Pazifiks dafür verantwortlich gemacht, dass es in den dem Pazifischen Ozean gelegenen Regionen von Costa Rica bis Guatemala keum regnet. Doch die über die letzten Jahre gesunkene Niederschläge zeigen, dass auch der schleichende Klimawandel Wirkung zeigt.
Jetzt kann man nur noch auf etwas Niederschlag hoffen, bevor Ende Oktober die Trockenzeit nach der Trockenzeit wieder einsetzt.
Wer eine Reise plant, der hat zumindest viel Sonne zu erwarten.